Der gestrige Freitag ist in die Einsatzstatistik der steirischen Feuerwehren eingegangen: Insgesamt 1924Ausrückungen wurden in der Landesleitzentrale am 20. Februar aufgezeichnet. Die Schneemassen beschäftigten die Einsatzkräfte auch noch am Samstag. 5000 Haushalte sind weiterhin ohne Strom.
Die Massen an Neuschnee sorgten am Freitag für Chaos in weiten Teilen der Steiermark – alles zum Thema kann im gestrigen Live-Ticker nachgelesen werden. Die schweren Schneelasten und umgestürzten Bäume, die nach wie vor zahlreiche Straßen blockieren, forderten die steirischen Einsatzkräfte aber auch noch am Samstagmorgen.
Einsatzreichster Tag der Feuerwehren
Insgesamt mussten die Feuerwehren am Freitag gleich 1924 Mal ausrücken – so oft wie noch nie zu vor seit dem Bestehen der Landesleitzentrale (Mai 2011). Insgesamt waren 472 von 767 steirischen Feuerwehren mit etwas über 4000 Mitgliedern im Einsatz. Die Nachtstunden sind für die meisten Feuerwehrleute dann vergleichsweise ruhig verlaufen. Zahlreiche Feuerwehren stehen aber bereits Samstagfrüh wieder im Einsatz, um weitere Aufräumarbeiten durchzuführen und Straßen freizuräumen – so etwa auch die Feuerwehr Heimschuh.
Samstagvormittag um 11 Uhr standen bereits wieder 183 Feuerwehren mit rund 1300 Mitgliedern im Einsatz. Das Einsatzleitsystem erfasste zu diesem Zeitpunkt rund 222 Einsätze. „Die Tätigkeiten konzentrieren sich weiterhin auf die Beseitigung von Schneebruch, umgestürzten Bäumen sowie auf Sicherungs- und Aufräumarbeiten im Verkehrs- und Infrastrukturbereich“, heißt es von der Landesleitzentrale Steiermark.
Zahlreiche Straßensperren, großflächige Stromausfälle in der West-, Süd- und Oststeiermark sowie viele Probleme im öffentlichen Verkehr und schwere Unfälle beschäftigten aber nicht nur die Feuerwehren.
5000 weiter ohne Strom
Nachdem Freitagfrüh rund 35.000 Haushalte ohne Strom waren, standen die Monteure der Energie Steiermark im Dauereinsatz. Am Freitagabend waren noch rund 7000 Haushalte betroffen. Laut Energie Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris war das Hauptproblem am Freitag gesperrte Straßen, die Monteure kamen oft nicht zu den betroffenen Stellen.
„Seit Samstagfrüh sind unsere Monteure auch wieder im Einsatz, wir gehen davon aus, dass die allermeisten heute zumindest provisorisch wieder mit Strom versorgt werden können“, sagt Harnik-Lauris am Samstagvormittag zur „Steirerkrone“. Die Reparaturarbeiten werden demnach aber noch länger andauern. Samstagfrüh gab es eine kurzzeitige Entwarnung, etwa 500 steirische Haushalte waren von den Stromausfällen noch betroffen. Um 10 Uhr dann aber die Hiobsbotschaft: „Es gab einige Nachtbrüche. Im Moment sind etwa wieder 5000 Haushalte ohne Strom“, teilte Harnik-Lauris mit.
Probleme auf Straßen und Schienen
Durch die großen Mengen an Neuschnee kam es auch auf den steirischen Straßen und Schienen zu großen Problemen. Der Knoten St. Michael etwa war am Freitag gesperrt. Hängen gebliebene Lkw mussten von der Straße gebracht werden. Auch auf der A2 und A9 kam es zu teils stundenlangen Wartezeiten für Autofahrer. Zahlreiche Straßensperren, etwa die Rechbergstraße in Frohnleiten, bleiben auch am Samstag noch aufrecht.
Das Wetter sorgte aber auch im Zugverkehr für Chaos. So kam es am Freitag unter anderem zu einer Sperre der S6 zwischen Graz und Eibiswald. Betroffen war aber auch der Bahnstreckenabschnitt zwischen Leibnitz und Spielfeld-Straß. Diese Sperre dauert vermutlich noch bis 17 Uhr am Samstag. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Dasselbe gilt für die Thermenbahn zwischen Aspang Markt und Fehring (vermutlich bis Samstag, 12 Uhr).
Krankentransporte großteils wieder möglich
Nachdem am Freitag auch das Rettungswesen durch die Schneemassen eingeschränkt war, konnte am Samstag leichte Entwarnung gegeben werden. In mehreren Regionen mussten am Freitag nicht zeitkritische Krankentransporte abgesagt werden. Betroffen waren vor allem die Bezirke Graz-Stadt, Graz-Umgebung, Deutschlandsberg, Leibnitz, Weiz, Hartberg-Fürstenfeld und Südoststeiermark. In den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld und Weiz sind entsprechende Transporte auch am Samstag weiterhin nicht möglich.
„Insgesamt standen in der Nacht auf Samstag 440 Sanitäter mit 155 Fahrzeugen im Einsatz. Darüber hinaus wurden knapp 100 weitere Kräfte in Bereitschaft gehalten, um bei Bedarf rasch reagieren zu können. Den schwierigen Rahmenbedingungen entsprechend verlief die Nacht jedoch weitestgehend ruhig“, heißt es vom Roten Kreuz Steiermark am Samstagvormittag.
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