Eine unehrliche Diskussion
Wenn die Arbeiterkammer OÖ auf Kosten ihrer Zwangsmitglieder eine teure Studie braucht, um nachzuweisen, dass Patienten mit einer Zusatzversicherung schneller Arzt- oder OP-Termine erhalten, so war das rausgeschmissenes Geld und bestenfalls ein weiterer Start für eine Neiddebatte und Umverteilungsdiskussion. Das weiß jeder Bürger auch so. Es gibt eben in Österreich Leute, die ihr Geld lieber täglich für Zigaretten, das eine oder andere Glas Bier oder Wein ausgeben, auf das tägliche Tortenstück nicht verzichten wollen oder sich für ihr Auto eine Vollkaskoversicherung für alle Fälle leisten. Es gibt aber auch mehr als eine Million Menschen, die lieber ihr Geld neben der Pflichtkrankenkasse auch in eine Zusatzversicherung einzahlen, um bei einem Krankheitsfall rasch und bestens versorgt zu werden. Und das sind bis zu 500 Euro monatlich, die sich Leute oft vom Mund absparen müssen, also keine „Gstopften“ sind. Das ist kein Privileg, sondern eine bezahlte Leistung. Wohlgemerkt, damit keine Irrtümer entstehen: Diese Vorteile gelten nicht für den Notfall, denn da wird in unserem System ohnedies jeder gleich behandelt, egal, wie er versichert ist, und auch egal, wo er herkommt. Glaubt man im Ernst, dass diese Patienten, die im Laufe ihres Lebens ein kleines Vermögen in eine Versicherung einzahlen, dies tun, nur um im Krankheitsfall gerade mal eine Tageszeitung zu bekommen, ein Mineralwasser zusätzlich und, wenn’s geht, in einem Zweibettzimmer übernachten zu dürfen? Natürlich will der Versicherte eine Gegenleistung. Diese Diskussion ist einfach unehrlich. Es gibt nur drei Lösungsmöglichkeiten. Entweder die Politik als Erhalter der öffentlichen Spitäler findet klare Regeln für die Privatversicherten in ihren Spitälern, denn bisher war ihnen ja deren Geld auch willkommen. Oder man zwingt Privatversicherungen dazu, ein lückenloses Netz an Privatspitälern (wie in anderen Ländern) für die Versorgung ihrer Versicherten aufzubauen. Wenn das alles nicht geht, sollte man die Zusatzversicherungen verbieten, um nicht weiter die freiwilligen Zahler auszubeuten. PS: Ich als Kassenarzt habe keine Privatpatienten.
account_circle Dr. Peter Kozlowsky
Zwei-Klassen-Medizin
Auch wenn Ärztekammer-Präsident Steinhart die Tatsache einer Zwei-Klassen-Medizin in Österreich im ORF schönzureden versuchte, ergab eine von der AK Oberösterreich in Auftrag gegebene IHS-Studie mit Befragung von rund 800 Patienten, dass man, wenn man mehr Geld als den Kassentarif dafür in die Hand nimmt oder eine Zusatz-Krankenversicherung vorweisen kann, in Spitälern hinsichtlich OP-Termin vorgereiht werden kann. Dieser Umstand ist Gesundheitspolitikern längst bekannt. Doch wurde von dieser Seite bisher so gut wie nichts dagegen unternommen. Denn in dieser Hinsicht waren alle Gesundheitsminister, egal aus welchem politischen Lager, sträflich nachlässig. Die Leidtragenden sind viele Kassenpatienten, die sich Behandlungen bei Wahlärzten nicht leisten können.
account_circle Franz Köfel
Diese EU ist kein Friedensprojekt mehr
2012 erhielt die EU den Friedensnobelpreis für ihren Beitrag zu Frieden, Versöhnung und Menschenrechten. Frau von der Leyen verfolgt den Plan „ReArm Europe“ mit 800 Mrd. Euro für Aufrüstung und spricht von einer klaren und gegenwärtigen Gefahr. Herr Merz will Deutschland kriegstüchtig machen. Frau Meinl-Reisinger (Neos) als Außenministerin eines neutralen Landes trägt das alles als wertebasiert mit. In Wien-Favoriten braucht es eine Waffenverbotszone, weil allein bis Juli 131 Messer beschlagnahmt wurden. Wer nicht einmal am Reumannplatz für Sicherheit sorgen kann, sollte nicht von Abschreckung gegen Russland träumen. Wer Frieden will, schickt Diplomaten. Wer Krieg will, schickt Waffen. Diese EU ist auf dem besten Weg, zum Kriegstreiber Nummer 1 zu werden.
account_circle Christian Ballmüller
Regierungs-KI
Da kann man nur hoffen, dass sich niemand auf die KI verlässt. KI kann nur so gut sein wie die Menschen, die sie programmieren. Und man sollte annehmen, dass eine KI weiß, wer amtierender Bundeskanzler oder Innenminister ist. Ich mag mir gar nicht die Frage stellen, ob die selbstfahrenden Pkw die üblichen Verkehrsregeln können. Und ob GovGPT des Kanzleramtes besser ist, muss sich erst herausstellen.
account_circle Annemarie Senz
Deutschmisere
Erschreckend diese Erkenntnis, nur nicht überraschend. Weiß man doch schon viele Jahre, dass in Klassen viele Kinder sitzen, die wegen ihrer mangelnden Deutschkenntnisse dem Unterricht nicht folgen können. Es hat nichts mit Ausgrenzung oder Diskriminierung zu tun, wenn man diese Kinder in separaten Klassen unterbringt. Man könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits Kinder mit nicht vorhandenen Deutschkenntnissen gezielt unterrichten, andererseits würden die übrigen Schüler nicht gebremst. Wird ja immer wieder erwähnt, dass das Bildungsniveau sinkt. Wen wundert es?
account_circle Dagmar Junker
Ein Jahr für ein Werk, 20 für keine Straße
Die Grünen wollen nach dem Ardo-Aus binnen eines Jahres ein neues Tiefkühlwerk ins Marchfeld stellen. Die Partei, die seit Jahrzehnten jede Infrastruktur im Marchfeld verhindert, Blockierer-Initiativen fördert und nun meint, für eine Fabrik um über 100 Mio. Euro reichen plötzlich zwölf Monate. Glaubwürdig ist das nicht. Und auf welcher Straße soll das Gemüse ins und aus dem Werk kommen?
account_circle Heidi Schönmüller
Nicht einknicken
Ich hoffe, die Regierung knickt bei der Paketsteuer nicht ein. Wer bei einem Online-Versand wie Amazon bestellt, kann die Kosten locker stemmen. Der Onlinehandel ist der Grund, dass der stationäre Handel Umsätze verliert und Innenstädte verwaisen. Außerdem werden rückgesendete Pakete oft von Amazon vernichtet. Zum Kopfschütteln, wie manche Leser die Paketsteuer massiv ablehnen.
account_circle Gerald Kriechenbauer
Alles ist besser als eine globale Eskalation
Der ukrainische Präsident Zelenskij fordert ganz lapidar die nächsten 70 Milliarden Euro ein. Natürlich ist es richtig, die Ukraine gerade vor dem kommenden Winter nicht komplett ihrem Schicksal zu überlassen. Allerdings sollte man diese Vorgehensweise für die Zukunft schon einmal überdenken. Mit endlosen Waffenlieferungen und Milliarden an Steuergeld ist dieser Konflikt sicherlich nicht zu lösen. Die EU ist damit nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Sollte Russland andere Länder in Europa angreifen, gibt es hierfür keinen Plan B. So lautet die Expertise des ehemals ranghöchsten Soldaten in Deutschland, Harald Kujat. Man hat sich inzwischen für eine konfrontative Rhetorik gegenüber Russland entschieden und erhöht damit natürlich die Gefahrenlage am ganzen Kontinent. Im Ernstfall hätte man dem aber nur wenig entgegenzusetzen. Der deutsche Kanzler Merz betont stets, dass nur durch die Interventionen der EU weitere Übergriffe verhindert werden können. Man kann es aber auch so sehen, dass man sich gerade dadurch zur potenziellen Zielscheibe für Russland macht. Die Hoffnung ist stets die gleiche: Putin wird schon nicht auf die Idee kommen, weitere Länder in Europa anzugreifen.Eine Strategie ist hinter solchen Überlegungen aber nicht zu erkennen. Auf der einen Seite beschwört man die tägliche Konfrontation mit Russland, mit dem Nachsatz, es gibt hierfür keinerlei Alternativen. Auf der anderen Seite ist man davon abhängig, dass Putin hoffentlich nichts macht. Weil man einer Auseinandersetzung mit einer Atommacht ganz einfach nicht gewachsen ist. Es braucht weiterhin die Intention für ernsthafte Verhandlungen. Alles ist besser als eine globale Eskalation. Zu ernsthaften Verhandlungen gehört eine Debatte darüber, wie man die Sicherheitsinteressen der Ukraine und Russlands sowie Europas bestmöglich vereinen kann. Alle haben diesbezüglich berechtigte Anliegen. Was nicht zu konstruktiven Gesprächen gehört, ist, den Russen unaufhörlich zu erklären, dass man auf den eigenen Grundsätzen beharrt.
account_circle Wolfgang Knapp
Der wütende Präsident
Die fatalen Entscheidungen im Weißen Haus und Donald Trumps hektische Reisen inklusive spottreicher, lauter Reden belegen eindrucksvoll die Angst Trumps und seiner hörigen „Hobby-Politiker“ vor den Zwischenwahlen. Wenn eine Administration trotz ihrer kollektiven Unfähigkeit einen westlichen Staat leiten soll, ist das Ende der US-Demokratie rasch erreicht und die Autokratie wird zur neuen Doktrin. Die US-Führung kann nicht mehr zwischen Handlungsfreiheit und Willkür unterscheiden. „Deals“ und Verhandlungen? Allesamt Schall und Rauch. Stattdessen sind Schimpftiraden ohne Ende, eine unfassbare Anbiederung an Putin und eine krankhafte Gier nach einem Friedensnobelpreis bittere Realität. Der Präsident betrachtet jede Kritik an seinen „genialen Ideen“ als Majestätsbeleidigung. Der Schmerz, Putin und Xi unterlegen zu sein, sitzt tief. Deshalb wagt er bei den „Kollegen“ keinen Widerspruch und begibt sich lieber in die gefahrvolle „Freundschaft“ und Abhängigkeit von Tech-Milliardären. Andauernde Diffamierungen vieler Politiker, sowie Eiseskälte gegenüber Journalisten und Privatpersonen, scheinen mittlerweile seine Maxime zu sein. Das kann nicht gut gehen. Hoffentlich können die Midterm-Wahlen dieser menschenverachtenden Amtsführung endlich Einhalt gebieten.
account_circle Dr. Gerhard Neuwirth
Wir können stolz sein!
„Freiwillige sind die unbezahlten Helden unserer Gesellschaft“, titelte die „Krone“. Eine gute Gelegenheit, einmal allen Frauen und Männern, die Mitmenschen in Not helfen, ein herzliches Danke zu sagen! Wirklich beeindruckend, wie sich unsere Gesellschaft auf die Hilfe von Tausenden ehrenamtlichen Helfern verlassen kann. 3,7 Millionen Menschen (fast 40%) engagieren sich freiwillig und bringen in unserem Land eine Wertschöpfung von bis zu 10 Milliarden Euro. Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit stehen für sie an erster Stelle, womit sie Tag für Tag das Gesellschaftsbild prägen. Ob in Hilfsorganisationen, Vereinen, Einsatzorganisationen usw., hilfsbereite Menschen fragen nicht lange, sondern packen einfach an. Bei Notfällen und Katastrophen stehen in kurzer Zeit Tausende Freiwillige im Einsatz und sind bei Bedarf rasch vor Ort, um den Menschen beizustehen. Ohne Freiwillige wären wir arm dran. Einmal mehr wird klar, dass Investitionen für Organisationen (Feuerwehren, Rettung usw.) bestens angelegtes Geld sind, wodurch garantiert wird, dass der hohe Standard aufrechterhalten werden kann. Eine funktionierende Gesellschaft lebt von der Bereitschaft der Freiwilligen. Wir können stolz auf unsere Helden sein!
account_circle Mag. Hans Rankl
Strafen für Bildungsverweigerer
Danke an Philipp Stewart, uns Leser auf die alarmierende Studie der Agenda Austria hinzuweisen. Über 13% junger Menschen mit Migrationshintergrund (15–24 Jahre) sind weder erwerbstätig noch in Ausbildung. Da hilft nur, Sozialleistungen radikal zu kürzen, damit diese kein Pull-Faktor mehr sind. In den USA werden solche Leute „Ninjas“ genannt (No income, no job and assets, übersetzt: kein Einkommen, kein Job, kein Vermögen). Können wir uns so eine „Generation AMS“ leisten?
account_circle Dr. Erich Pitak, MBA
Geteilte Meinung
Zum Brief von Herrn Peer möchte ich hinzufügen, dass der Beitrag genau meiner Meinung entsprach: Das kategorische Nein der FPÖ gegen eine vorzeitige Abschiebung erschien auch mir populistisch, unpraktisch und im Grunde unehrlich. Doch man darf seine Meinung ändern. Besonders, wenn man neue Aspekte berücksichtigt. Die Kolumne von Frau Bischofberger hat dies sehr anschaulich auf den Punkt gebracht. Die Taliban stellen klar, österreichisches Recht ist in Afghanistan schlichtweg irrelevant. Mit dem Hintergrund ist das Zögern bei vorzeitigen Abschiebungen verständlich. Warum sollten wir straffällig gewordenen Afghanen die Hälfte der Haft erlassen, um sie abzuschieben, wenn sie in der Heimat möglicherweise auf freien Fuß kommen oder für ihre Taten noch geehrt werden? So verliert eine Abschiebung ihren strafenden Charakter.
account_circle Josef Pratsch
„Krone“ klare Nummer 1
„Bei uns zählen die Menschen!“, bringt es Chefredakteur Herrmann auf den Punkt. Die „Krone“ ist bei uns Familiensache: Schon die Oma hat sie gelesen, die Eltern ebenso. Bis heute gehört sie bei uns zum Frühstück. Vieles hat sich verändert, die Welt spielt verrückt, die „Krone“ ist geblieben. Fehlt sie mal vor der Tür, fehlt ein Stück Zuhause. Auf Reisen und beruflich habe ich viele große Zeitungen im In- und Ausland kennengelernt. Natürlich bin ich mit der „Krone“ nicht immer einer Meinung. Gott sei Dank. Eine freie Zeitung soll nicht nach dem Mund reden, sondern zum Denken und Diskutieren anregen. Was ich schätze: Die „Krone“ schaut hin, redet Klartext, ist nah am Leben. Von großen politischen Fragen über Geschichten aus dem Grätzel bis zu kleinen Alltagssorgen. Ob Ombudsfrau, Tierecke, Sport, Gesundheit, „Krone bunt“ oder Leserbriefe, hier kommt Österreich selbst zu Wort. Dazu kommen Schmäh, pointierte Kommentare und vertraute Stimmen. Staberl und Wolf Martin bleiben unvergessen. Und Schneckerls Fußballtipps? Die treffen zwar nicht immer ins Netz, gelesen werden sie trotzdem. Die Mischung aus Information, Haltung, Herz und Humor macht die „Krone“ unverwechselbar. Bleibt unabhängig und unbequem! Man muss nicht jede Meinung teilen. Aber eine Zeitung muss Fragen stellen, Widerspruch zulassen und Menschen eine Stimme geben. Wenn sie Generationen verbindet und seit Jahrzehnten zum Alltag gehört, hat sie etwas, das man nicht einfach drucken kann: einen festen Platz im Leben der Menschen.
account_circle Alessandro Ferrari
Inflation
Unfassbar, die Inflation steigt auf 3,6% und die unfähige Regierung ist nicht bereit, die CO₂-Steuer abzuschaffen, wo Sprit großer Preistreiber ist. Hauptsache, BK Stocker sagt, Österreich ist verlässlicher Ukraine-Partner (finanziell).
account_circle Markus Niederwanger